Prozessoptimierung im Mittelstand: 3x "Warum" und du bist gekündigt - Oleg Korob-Gaulke #001

Zeitzonen-Falle, Five-Why-Methode und die Wahrheit über Process Mining: was Prozessoptimierung im Mittelstand wirklich braucht.

Prozessoptimierung im Mittelstand: 3x
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Shownotes

Vollgas ERP heißt: keine Vollbremsung vor unbequemen Wahrheiten. Für die Premierenfolge haben wir Oleg Korob-Gaulke, Geschäftsführer von DDA Consulting, angeschnallt.

Oleg räumt auf mit dem Lieblingssatz des Mittelstands („Das haben wir immer so gemacht“), erzählt, wie ein Lager in der falschen Zeitzone zwei Jahre Fehlersuche verursacht hat, und verrät, warum er als Werkstudent fürs Fragenstellen gekündigt wurde. Dazu ehrliche Ansagen zu Process Mining, ERP-Rollouts und der Frage, warum eine neue Software allein noch gar nichts besser macht. Viel Humor und mindestens ein „Verarschen kann ich mich selber“. Reinhören lohnt sich.

Oleg Korob-Gaulke und Steffen Heetfeld sprechen heute über:

  • (00:00:00) Intro & die erste Folge überhaupt
  • (00:01:05) Schlimmste Prozesse: Mahnungen im Spam und das Lager in der falschen Zeitzone
  • (00:05:17) Speed Lap: Unsere Prozesse sind speziell
  • (00:06:15) Speed Lap: Never change a running System
  • (00:07:43) Speed Lap: Das haben wir immer so gemacht (und die Kündigung als Werkstudent)
  • (00:11:00) Pitch-Stop: Wer ist Oleg, was macht DDA Consulting?
  • (00:12:35) Die ersten Schritte im Unternehmen: Fragen, Five-Why und Silos aufbrechen
  • (00:16:30) Wo Kunden sich selbst belügen: der Ownership-Mythos
  • (00:17:35) Mythen der Prozessoptimierung: Process Mining und saubere Logs
  • (00:22:00) Angst vorm Ersetztwerden: Automatisierung und Change Management
  • (00:28:55) Erfolgsfaktoren für ERP-Rollouts: Dashboards und anonyme Ansprechpartner
  • (00:33:20) Redflags bei Dienstleistern: Fingerpointing und das Hosting-Dilemma
  • (00:37:07) Der wichtigste Rat: erst das Lastenheft, dann das ERP
  • (00:41:33) Der Mythos: neue Software macht alles besser
  • (00:42:00) Staffelstab-Übergabe & Verabschiedung

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Inhaltsübersicht

1. Intro & die erste Folge überhaupt 🚀

Eine doppelte Premiere: Nervosität trifft auf volle Energie im legendären Opel Ascona.

⏱️ Dauer: 01:05 min

Steffen Heetfeld
Steffen Heetfeld
Marketingleiter e.bootis ag

„Für uns beide ist das heute eine ganz besondere Folge, weil das tatsächlich die erste Folge ist, die wir in diesem Podcast aufnehmen. […] Wir sind beide ein bisschen nervös im Unterschied zu anderen ersten Malen – das könnt ihr jetzt live zuhören.“


Oleg Korob-Gaulke
Oleg Korob-Gaulke
Geschäftsführer DDA Consulting

„Freut mich dabei zu sein! Es gibt immer ein erstes Mal, wa?“

Zusammmenfassung: Ein sympathisch-authentischer Kaltstart. Zwei Experten, die ohne künstliche Fassade direkt ins Thema „Vollgas ERP“ einsteigen – nahbar und ehrlich.

2. Schlimmste Prozesse: Mahnungen im Spam und das Lager in der falschen Zeitzone ⚠️

Über teure Symptombekämpfung, blinde Flecken und zwei Jahre erfolglose Fehlersuche.

⏱️ Dauer: 04:12 min

Steffen Heetfeld
Steffen Heetfeld
Marketingleiter e.bootis ag

„Was war der schlimmste Prozess, den du in deiner bisherigen Laufbahn optimiert hast? So, wo du denkst: Boah krass, dass das überhaupt funktioniert hat.“


Oleg Korob-Gaulke
Oleg Korob-Gaulke
Geschäftsführer DDA Consulting

„Einer der lustigsten war, als ein Mahnbot ein Jahr lang alle Mahnungen direkt in den Spam-Ordner geschickt hat und sich alle wunderten, warum keiner zahlt.

Das Schlimmste war aber ein Lager in einer anderen Zeitzone: Die Kommissionierer bekamen ihre Daten systematisch asynchron viel zu spät, weil die Zeitzone im ERP-Code schlicht ignoriert wurde. Sie haben zwei Jahre lang und mit über 100.000 € Budget nach dem Fehler gesucht. Wir haben eine saubere Ist-Analyse gemacht und den Fehler innerhalb von zwei Wochen gelöst.“

Zusammmenfassung: Symptombekämpfung frisst Budgets! Oft scheitern Großprojekte nicht an mangelnder Technik, sondern an banalen logischen Fehlern wie einer ignorierten Zeitzone. Eine präzise Ist-Analyse spart Jahre an Suchzeit und immense Kosten.

3. Speed Lap: Unsere Prozesse sind speziell 🏎️

Das ewige Mantra des Mittelstands im Kreuzfeuer der Realität.

⏱️ Dauer: 00:58 min

Steffen Heetfeld
Steffen Heetfeld
Marketingleiter e.bootis ag

„Unsere Prozesse sind halt speziell.“


Oleg Korob-Gaulke
Oleg Korob-Gaulke
Geschäftsführer DDA Consulting

„Die Gegenfrage lautet: Wie gut kennst du deinen speziellen Prozess wirklich und warum ist er so speziell?

Man muss darauf achten, wer das sagt: Für den Geschäftsführer ist er ’speziell‘, weil er viel zu weit weg ist. Für den ITler ist er ’speziell‘, weil er sich hoffnungslos in einer historisch verbauten Systemlandschaft verstrickt hat.“

Zusammmenfassung: „Speziell“ ist oft nur der Deckmantel für fehlende Prozesstransparenz. Wer tief bohrt, stellt fest: Standardisierung ist meistens möglich und fast immer sinnvoller als teurer Wildwuchs.

4. Speed Lap: Never change a running System 🛑

Der gefährlichste Leitsatz der IT-Geschichte widerlegt.

⏱️ Dauer: 01:28 min

Steffen Heetfeld
Steffen Heetfeld
Marketingleiter e.bootis ag

„Ich wusste, dass die These dich triggert!“


Oleg Korob-Gaulke
Oleg Korob-Gaulke
Geschäftsführer DDA Consulting

„Nein, nein! Wenn wir danach leben, hört jede Optimierung auf. Aber es geht im Business immer um Unternehmensentwicklung, Umsatzwachstum und Gewinnmaximierung. Die Welt dreht sich weiter. Wer schläft, nur weil das System heute irgendwie läuft, hat in einem Jahr schon verloren.“

Zusammmenfassung: Ein „Running System“ zu bewahren bedeutet Stillstand. Und Stillstand im digitalen Zeitalter ist der sichere Weg in die Bedeutungslosigkeit. Optimierung ist kein einmaliges Projekt, sondern ein dauerhafter Prozess.

5. Speed Lap: Das haben wir immer so gemacht (und die Kündigung als Werkstudent) 🎓

Wie blinde Autoritätsgläubigkeit Innovationen im Keim erstickt.

⏱️ Dauer: 03:17 min

Steffen Heetfeld
Steffen Heetfeld
Marketingleiter e.bootis ag

„Welches Potenzial die da einfach verloren haben… Wenn einfach dieses ‚Auf-Warum-Ja-Darum‘ kommt, weißt du eigentlich schon: ganz gefährlich.“


Oleg Korob-Gaulke
Oleg Korob-Gaulke
Geschäftsführer DDA Consulting

„Das triggert mich noch viel mehr! Ich wurde früher als Werkstudent gekündigt, weil ich genau das hinterfragt habe. Ich hatte reine Neugier und fragte dreimal ‚Warum?‘. Die Kündigung folgte prompt mit der Begründung, ich hätte die Autorität der Abteilungsleiter untergraben.

Dabei wollte ich nur Transparenz schaffen! Man muss Mitarbeitern die Möglichkeit geben, über den Tellerrand zu schauen. Frischlinge bringen wertvollen Input, weil sie keine Scheuklappen tragen.“

Zusammmenfassung: Wer Fragen verbietet, verbietet Fortschritt. Moderne Führungskräfte nutzen die Neugier neuer Mitarbeiter und Werkstudenten aktiv als Hebel für Prozessverbesserungen, anstatt sie abzustrafen.

6. Pitch-Stop: Wer ist Oleg, was macht DDA Consulting? 🛠️

DDA: Digitize, Develop, Adopt – die Nische im Fokus.

⏱️ Dauer: 01:35 min

Steffen Heetfeld
Steffen Heetfeld
Marketingleiter e.bootis ag

„Das Angebot ist ja eigentlich schon recht umfangreich. Da sind ja die ganzen spaßigen Sachen dabei.“


Oleg Korob-Gaulke
Oleg Korob-Gaulke
Geschäftsführer DDA Consulting

„Mein Name ist Oleg Korob-Gaulke, Geschäftsführer der DDA Consulting. DDA steht für Digitize, Develop, Adopt. Wir beschäftigen uns mit Modernisierungsstrategien, SQL-Performance, Cloud-Kostenoptimierung, ERP-Rollouts und Automatisierung.

Wir wachsen gesund, haben vier Mitarbeiter und betreuen mittelständische Handelsunternehmen, die uns nicht mehr loslassen wollen. Wir denken nischig und greifen speziell ein, anstatt uns im Bauchladen-Prinzip zu verlieren.“

Zusammmenfassung: Die DDA Consulting bietet pragmatische Lösungen statt theoretischer Luftschlösser. Mit dem Fokus auf den inhabergeführten Mittelstand schließt DDA die Lücke zwischen IT-Abteilung und Geschäftsführung.

7. Die ersten Schritte im Unternehmen: Fragen, Five-Why und Silos aufbrechen 🏗️

Die Anatomie einer erfolgreichen Beratung: Warum Bohren weh tun muss.

⏱️ Dauer: 03:55 min

Steffen Heetfeld
Steffen Heetfeld
Marketingleiter e.bootis ag

„Das ist dieses typische Silodenken. Hast du Tipps, wie man solche Silos aufbrechen kann? […] Großer Roundtable oder erst einzeln?“


Oleg Korob-Gaulke
Oleg Korob-Gaulke
Geschäftsführer DDA Consulting

„Ich fange immer an, alle auszufragen und zu nerven. Ich nutze die Five-Why-Methodik (Warum? Warum? Warum?). Spätestens beim dritten ‚Warum‘ kapitulieren die Meisten, weil sie das Vorsystem oder den wahren Grund gar nicht kennen.

Silos bricht man mit einer klaren Ist-Soll-Analyse auf. Vision auf 10 Jahre, Strategie auf 5 Jahre, Ziele auf 1 Jahr herunterbrechen und eine konkrete Roadmap erstellen. Und ganz wichtig: Immer die End-to-End-Strecke betrachten! Auch wenn man nur für ein Silo geholt wurde – es gibt immer Abhängigkeiten, die einem sonst später auf die Füße fallen.“

Zusammmenfassung: Keine Insel-Lösungen! Erfolgreiche Prozessoptimierung erfordert den unbestechlichen Blick auf die gesamte Wertschöpfungskette (End-to-End) und das unnachgiebige Hinterfragen scheinbar etablierter Abläufe.

8. Wo Kunden sich selbst belügen: der Ownership-Mythos 🎭

Die schmerzhafte Diskrepanz zwischen Wunschdenken und Realität.

⏱️ Dauer: 01:05 min

Steffen Heetfeld
Steffen Heetfeld
Marketingleiter e.bootis ag

„Wo lügen sich deine Kunden denn selbst in die Tasche? [..] Am Ende holt Kommunikation die echten Baustellen raus.“


Oleg Korob-Gaulke
Oleg Korob-Gaulke
Geschäftsführer DDA Consulting

„Sie belügen sich darin, dass sie glauben, sie würden alles selbst kennen und es gäbe eine klare Ownership für jeden Prozess.

In Kick-offs heißt es immer: ‚Die Zuständigkeiten unserer 10 Key-Player sind absolut klar.‘ Wenn ich dann im Termin frage: ‚Wer von euch ist für Punkt X verantwortlich?‘ – meldet sich kein einziger. Da weißt du Bescheid.“

Zusammmenfassung: Ein Prozess ohne klaren, namentlich benannten „Owner“ ist ein verwaister Prozess. Nur wenn Zuständigkeiten unmissverständlich und öffentlich geklärt sind, funktionieren Projekte reibungslos.

9. Mythen der Prozessoptimierung: Process Mining und saubere Logs 📊

Warum die glänzendste Software auf schmutzigen Daten kollabiert.

⏱️ Dauer: 04:25 min

Steffen Heetfeld
Steffen Heetfeld
Marketingleiter e.bootis ag

„Letztendlich kommst du immer dabei raus: Du kannst so viele geile Ideen haben wie möglich, aber wenn deine Daten halt Rotze sind, dann kommt am Ende auch nichts Gutes raus.“


Oleg Korob-Gaulke
Oleg Korob-Gaulke
Geschäftsführer DDA Consulting

„Der größte Mythos ist, dass Process Mining alles heilen kann. Für Process Mining brauchst du ein solides Fundament an Logs. Wer aber in vier Jahren mit sechs verschiedenen Dienstleistern gearbeitet hat, die alle ohne Standard geloggt haben, erlebt ein finanzielles Desaster.

Ich bin ‚freie Schnauze‘ und challenge meine Kunden. Viele Berater tun das nicht. Sie bauen stur, was der Kunde will, statt nach dem eigentlichen Ziel zu fragen. Wenn das Ziel lautet, 10 Klicks im ERP auf einen einzigen Klick zu reduzieren, dann lösen wir das – aber dafür müssen erst die Daten aufgeräumt werden.“

Zusammmenfassung: „Garbage in, garbage out“ gilt auch für modernste KI- und Mining-Tools. Bevor Geld in teure Software fließt, muss die Hausaufgabe gemacht werden: Daten- und Log-Bereinigung.

10. Angst vorm Ersetztwerden: Automatisierung und Change Management 👥

Der menschliche Faktor – warum Software einfach, Menschen aber komplex sind.

⏱️ Dauer: 06:55 min

Steffen Heetfeld
Steffen Heetfeld
Marketingleiter e.bootis ag

„Wir sehen das in Projekten auch: Deine Arbeit ändert sich halt. Die fehleranfälligen Copy-Paste-Aufgaben fallen weg, du kannst dich besser um Kunden kümmern. Aber du hast natürlich auch Leute, die das nicht wollen. Ich persönlich bin übrigens extrem faul und liebe Automatisierung genau deshalb!“


Oleg Korob-Gaulke
Oleg Korob-Gaulke
Geschäftsführer DDA Consulting

„Man kann nicht immer alle retten. Aber wenn Prozesse (z.B. in der Buchhaltung) optimiert werden, müssen Geschäftsführer frühzeitig und transparent kommunizieren, bevor Ängste entstehen: ‚Deine Arbeit halbiert sich, aber wir haben an anderer Stelle wichtige Aufgaben für dich.‘

Es ist auch ein gesunder Filterprozess: Wer sich absolut verweigert, Neues zu lernen, passt vielleicht nicht mehr zum wachsenden Unternehmen. Wenn man am Anfang kleine, spürbare Verbesserungen (Quick Wins) umsetzt, zieht man auch Skeptiker über den Flur-Funk mit. Software ist einfach (1 oder 0), Menschen sind das Schwierigste.“

Zusammmenfassung: Change Management ist Chefsache. Wer Automatisierung einführt, ohne die Belegschaft emotional abzuholen und ihnen neue, wertschöpfende Aufgaben anzubieten, riskiert verdeckte Projekt-Sabotage aus Angst vor dem Arbeitsplatzverlust.

11. Erfolgsfaktoren für ERP-Rollouts: Dashboards und anonyme Ansprechpartner 🏆

Wie man mit maximaler Transparenz und psychologischer Sicherheit 80% der Skeptiker gewinnt.

⏱️ Dauer: 04:25 min

Steffen Heetfeld
Steffen Heetfeld
Marketingleiter e.bootis ag

„Das ist eine smarte Idee! Dass man einen emotionalen Support bei Technikthemen etabliert, der Sorgen ins Projektteam spiegelt. […] Das macht absolut Sinn.“


Oleg Korob-Gaulke
Oleg Korob-Gaulke
Geschäftsführer DDA Consulting

„Mein Erfolgsfaktor: Penible Meilensteine, visualisiert auf einem transparenten Echtzeit-Dashboard. Jeder sieht sofort, wer woran arbeitet und welche Hürden es gibt. Da das neue Frontend eines ERPs für Anwender oft ein Schock ist, machen wir intensive Iterationsschleifen.

Und der absolute Gamechanger: Ein vollkommen neutraler, anonymer Ansprechpartner im Unternehmen (z.B. HR), bei dem Mitarbeiter ihre echten Ängste abladen können. Diese Sorgen werden anonymisiert ins Projektteam gespiegelt. Das nimmt 80% der Widerstände!“

Zusammmenfassung: Die größte Hürde beim ERP-Wechsel ist die Angst vor der neuen Oberfläche. Ein transparentes Dashboard kombiniert mit einem anonymen „Kummerkasten“ schafft die psychologische Sicherheit, die ein Projekt zum Erfolg führt.

12. Redflags bei Dienstleistern: Fingerpointing und das Hosting-Dilemma 🚩

Die Abrechnung mit Dienstleistern, die mauern oder Verantwortung wegschieben.

⏱️ Dauer: 03:47 min

Steffen Heetfeld
Steffen Heetfeld
Marketingleiter e.bootis ag

„Dieses typische Blocken… Wir haben das oft beim Hosting erlebt. Wenn ein externer Hoster drin ist, fängt das Fingerpointing an: ‚Der Kunde ist schuld‘, ‚Der Hoster ist schuld‘, ‚Wir sind nicht schuld‘. Das Ticket wandert im Kreis und dem Kunden wird nicht geholfen. Deshalb hosten wir bei e.bootis jetzt selbst. Es gibt nur noch zwei Optionen: Entweder der Kunde oder wir. Das beschleunigt alles.“


Oleg Korob-Gaulke
Oleg Korob-Gaulke
Geschäftsführer DDA Consulting

„Eine riesige Redflag sind Dienstleister, die sagen: ‚Ich kenne das System besser als du, dein Daten-Mapping schaue ich mir gar nicht erst an.‘ Keine Bereitschaft zuzuhören – das geht gar nicht!

Sobald das Fingerpointing bei Problemen losgeht, grätsche ich sofort rein und frage: ‚Stopp! Wo genau liegt das technische Problem?‘ Uns ist egal, wer schuld ist, wir brauchen eine Lösung. Ein ERP-Projekt ist so komplex, es wird immer knallen. Aber man muss es gemeinsam lösen.“

Zusammmenfassung: Fingerpointing zerstört ERP-Projekte. Wählen Sie Dienstleister, die aktiv an Schnittstellen kooperieren und Verantwortung übernehmen, anstatt Probleme auf andere Projektbeteiligte abzuschieben.

13. Der wichtigste Rat: erst das Lastenheft, dann das ERP 📜

Der klassische kardinale Fehler bei Software-Investitionen.

⏱️ Dauer: 04:26 min

Steffen Heetfeld
Steffen Heetfeld
Marketingleiter e.bootis ag

„Geht meistens nicht anders. Man muss sich vorher vorbereiten.“


Oleg Korob-Gaulke
Oleg Korob-Gaulke
Geschäftsführer DDA Consulting

„Fangt niemals bei der ERP-Auswahl an! Das ist der größte Fehler. Kunden rufen an und sagen: ‚Wir wollen Microsoft Dynamics oder SAP oder e.bootis.‘ Und wenn ich nach ihren Prozessen frage, herrscht gähnende Leere.

Schritt 1 ist immer das Lastenheft: Was brauchen wir? Warum brauchen wir es? Wo schmerzt es heute? Investiert 1 bis 3 Monate in die reine Prozess-Vorbereitung. Und wenn ihr einen ERP-Berater holt, achtet akribisch darauf, dass er wirklich unabhängig ist und im Hintergrund keine verdeckten Lizenz-Provisionen von Herstellern kassiert.“

Zusammmenfassung: Wer Software kauft, um seine Prozesse zu ordnen, digitalisiert das Chaos. Erst werden die Prozesse analysiert und im Lastenheft dokumentiert, dann wird das dazu passende ERP-System ausgewählt.

14. Der Mythos: neue Software macht alles besser 🪄

Die naive Hoffnung auf den digitalen Zauberstab.

⏱️ Dauer: 00:27 min

Steffen Heetfeld
Steffen Heetfeld
Marketingleiter e.bootis ag

„Oft ist da diese Vorstellung: Wir kaufen jetzt eine neue Software und dann wird alles besser. Oder: ‚Können wir nicht einfach alles im neuen System vorbereiten und am Ersten schalten wir einfach um?‘ Bitte nicht!“


Oleg Korob-Gaulke
Oleg Korob-Gaulke
Geschäftsführer DDA Consulting

„Das ist ein genialer Mythos! ‚Wir kaufen ein neues Tool und alles wird gut.‘ Nein! So einfach funktioniert das nicht. Ein harter, unvorbereiteter Big-Bang-Go-Live ohne Einbindung der Belegschaft ist russisches Roulette für das operative Geschäft.“

Zusammmenfassung: Ein schlechter analoger Prozess wird durch eine neue Software nur zu einem extrem schnellen, schlechten digitalen Prozess. Die Technologie ist nur der Multiplikator Ihrer Prozessqualität.

15. Staffelstab-Übergabe & Verabschiedung 👋

Der Blick nach vorn und Nominierungen für den nächsten Ascona-Talk.

⏱️ Dauer: 01:15 min

Steffen Heetfeld
Steffen Heetfeld
Marketingleiter e.bootis ag

„Wem würdest du hier das Lenkrad in die Hand drücken, den ich auch nochmal zu dem Thema interviewen soll? […] Hat mich sehr gefreut!“


Oleg Korob-Gaulke
Oleg Korob-Gaulke
Geschäftsführer DDA Consulting

„Ich nominiere Emre Salih und ganz besonders Sebastian Kretschmer. Er ist ein genialer Experte für Programmmanagement und Projektleitung. Er kann dir extrem spannende Insights darüber geben, wie man solche hochkomplexen Transformations-Projekte steuert.

Hat mich ebenfalls sehr gefreut! Hoffentlich bis zum nächsten Mal!“

Zusammmenfassung: Ein runder Abschluss mit der perfekten Brücke zur nächsten Folge: Großprojekte scheitern am Management – die kommenden Gäste versprechen fundierte Lösungsansätze aus der Praxis der Projektleitung.

🎯 Zusammenfassung für Schnellleser

Das goldene Dreieck der ERP-Einführung

PROZESSE

(Lastenheft & Ist-Analyse zuerst)

MENSCHEN

(Sorgen ernst nehmen,
anonyme Sparringspartner)

TECHNIK

(Daten bereinigen,
Dashboards & Hosting)

  • Prozesse zuerst: Kein Tool-Kauf ohne detaillierte Ist-Visualisierung und ein herstellerunabhängiges Lastenheft (Dauer: 1-3 Monate).
  • Menschen mitnehmen: Change-Prozesse durch anonyme „Kummerkästen“ absichern und Skeptiker durch schnelle „Quick-Wins“ zu Multiplikatoren machen.
  • Dienstleister-Qualität sichern: Keine Zusammenarbeit mit arroganten Blockierern oder „Fingerpointing“-Meistern. Kooperation und gemeinsame Fehlersuche sind Pflicht.

Wie sieht euer ERP-Fahrplan aus?

Lastenheft, Ist-Analyse, Change Management – Bernd sortiert mit euch im Erstgespräch, wo ihr gerade steht und was der nächste sinnvolle Schritt ist. Keine Verkaufspräsentation, kein Bingo-Bullshit. Nur eine ehrliche Einschätzung.

Bernd Krüger
Bernd Krüger
Kostenloses Erstgespräch · Keine Verpflichtung · Individuelle Situationsanalyse

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