KPIs im Einkauf: Das sind die wichtigsten Kennzahlen in der Beschaffung

Mit KPIs im Einkauf werden Entscheidungen nicht länger gewürfelt, sondern gezielt getroffen. Klare Kennzahlen macht die Beschaffung transparenter, schneller und verlässlicher. Sie sind euer Werkzeug, um aus dem Chaos Klarheit zu schaffen – und aus guten Einkäufern verdammt gute zu machen.

ERP-Hersteller vs ERP-Anbieter

TL;DR

Das Wichtigste in Kürze:

  • Definition: KPIs im Einkauf sind strategische Kennzahlen, die im Gegensatz zu einfachen Messwerten direkt mit den Unternehmenszielen verknüpft sind.
  • Die Messung erfolgt in vier zentralen Bereichen: Kosten (finanzielle Performance), Prozesse (Effizienz), Lieferanten (Zuverlässigkeit/Risiko) und Qualität.
  • KPIs kontrollieren Kosten, steigern die Qualität und minimieren Risiken. Sie wandeln den Einkauf von einer operativen in eine strategische Abteilung.
  • Effektives Controlling nutzt 10 bis 15 relevante Kennzahlen, die idealerweise über Echtzeit-Dashboards in ERP-Systemen visualisiert werden.

Was sind KPIs eigentlich?

Key Performance Indicators sind keine lustigen Excel-Spielereien für Controller. Sie sind messbare Werte, die euch zeigen, ob eure Einkaufsprozesse rocken oder eher vor sich hindümpeln. Kennzahlen im Einkauf zeigen Trends auf und liefern euch die Grundlage für smarte Optimierungen.

Der Unterschied zwischen Kennzahlen und KPIs? Ganz einfach: Jede KPI ist eine Kennzahl, aber nicht jede Kennzahl verdient den KPI-Status. KPIs sind direkt mit euren Unternehmenszielen verknüpft – sie zeigen euch, ob ihr auf Kurs seid oder gegen den Wind segelt.

Die Ziele von KPIs im Einkauf: Mehr als nur Kostensenken

Mit KPIs für Einkauf und Beschaffung verfolgt ihr mehrere Ziele gleichzeitig:

  • Kostenkontrolle: Ihr seht sofort, wo Geld versickert
  • Qualitätssteigerung: Schlechte Lieferanten fallen direkt auf
  • Risikominimierung: Abhängigkeiten erkennt ihr, bevor sie zum Problem werden
  • Transparenz: Endlich können alle im Team nachvollziehen, warum Entscheidung X gefallen ist

Das Einkaufscontrolling wird vom notwendigen Übel zur strategischen Waffe.

4 KPI-Kategorien für Einkauf und Beschaffung: Problem erkannt, Problem gebannt

Die Auswahl an möglichen Kennzahlen ist riesig. Zu viele KPIs? Ihr verliert den Überblick. Zu wenige? Ihr arbeitet blind. Der Sweet Spot liegt irgendwo zwischen 10 und 15 relevanten KPI Einkaufscontrolling-Metriken, die ihr regelmäßig trackt.

1. Kostenbezogene KPIs: Indikatoren für die finanzielle Performance

Kennzahlen zur Kostenkontrolle beim Einkauf richten das Augenmerk auf die Ausgaben im Beschaffungsprozess. Sie beurteilen, wie effizient und wirtschaftlich gearbeitet wird.

KPI im Einkauf Was misst sie? Berechnung Warum wichtig?
Kosten pro Bestellung Verwaltungsaufwand pro Order Gesamtkosten Bestellbearbeitung / Anzahl Bestellungen Zeigt Optimierungspotenzial in der Prozesseffizienz
Einsparungsquote Verhandlungserfolg Realisierte Einsparungen / Gesamtkosten Misst die Fähigkeit im Einkauf Kosten zu reduzieren
Einkaufsvolumen Gesamte Beschaffungsaktivität Summe aller Ausgaben des Einkaufs im Zeitraum X Basis für strategische Planung und Budgetierung
Materialkostenquote Verhältnis Materialkosten zu Gesamtkosten Materialkosten / Gesamtkosten Identifiziert Hebel für Einsparungen

Diese Kennzahlen im Einkauf geben euch einen direkten Blick auf eure finanzielle Performance.

2. Prozessbezogene KPIs: Controlling der Abläufe im Einkauf

Prozessbezogene KPIs messen, wie gut und schnell Arbeitsschritte in einem Unternehmen funktionieren. Beim Einkaufscontrolling beziehen sich diese Kennzahlen auf die verschiedenen Vorgänge beim Bestellen. Sie helfen dabei, Engpässe und langsame Abläufe zu finden. So verbessert das Unternehmen seine Prozesse und die gesamte Leistung des Einkaufs.

KPI im Einkauf Was misst sie? Berechnung Warum wichtig?
Bestellzykluszeit Interne Bearbeitungszeit Datum der Auftragsbestätigung – Datum der Auftragserteilung Kürzere Zeiten = effizientere Prozesse
Automatisierungsgrad Anteil automatisierter Prozesse Anzahl Automatisierte Prozesse / Gesamtprozesse Höhere Werte = weniger Fehler, mehr Kapazität
Einkaufsvolumen Gesamte Beschaffungsaktivität Summe aller Ausgaben des Einkaufs im Zeitraum X Basis für strategische Planung und Budgetierung
Bearbeitungszeit Procurement-Zyklus, End-to-End Zeitspanne von Bedarf bis Rechnungslegung Zeigt Bottlenecks im Workflow – ähnlich wie Bestellzykluszeit, aber

3. Lieferantenbezogene KPIs: Eure Partner im Check

Lieferantenbezogene KPIs bewerten, wie gut und zuverlässig eure Lieferanten arbeiten. Sie helfen euch, die Qualität und die Zusammenarbeit zu prüfen und zu verbessern. Wenn ihr diese Zahlen auswertet, trefft ihr bessere Entscheidungen. Das stärkt eure Lieferketten und verringert Risiken.

KPI im Einkauf Was misst sie? Berechnung Warum wichtig?
Lieferzuverlässigkeit (OTIF) Pünktlichkeit und Vollständigkeit einer Lieferung Termingerechte und vollständige Lieferungen / Gesamtlieferungen × 100 Hohe OTIF-Quote (zwischen 95% und 99%) deutet auf eine effiziente Lieferkette und hohe Kundenzufriedenheit hin
Lieferantenanzahl Portfolio-Diversität Anzahl aktiver Lieferanten Balance zwischen Risiko und Komplexität. Höhere Anzahl = kleineres Risiko.

4. Qualitätsbezogene KPIs: Controlling der Einkaufsqualität

Kennzahlen für die Qualität bewerten die Güte der gekauften Produkte und Dienstleistungen. Sie messen auch die Leistung der Lieferanten. Diese Kennzahlen prüfen die Qualität des Einkaufs, erkennen Probleme und helfen dabei, die Qualität zu verbessern.

KPI im Einkauf Was misst sie? Berechnung Warum wichtig?
Reklamationsquote Fehlerhafte Lieferungen Reklamierte Lieferungen / Gesamtlieferungen × 100 Direkter Indikator für Lieferantenqualität
Lieferantenqualität Fehlerfreie Lieferungen Fehlerfreie Lieferungen / Gesamtlieferungen × 100 Hohe Werte = bessere Produkte
Qualitätskosten Finanzielle Mängel-Auswirkung Kosten für Nacharbeit + Ausschuss + Reklamationen Versteckte Kosten sichtbar machen

KPI-Dashboards in der Beschaffung: Von Daten zu Entscheidungen

Ihr habt eure KPIs definiert. Cool. Aber wie nutzt ihr sie jetzt wirklich? Hier kommt die Technologie ins Spiel.

Moderne ERP-Systeme wie ebootis ERP verwandeln eure KPIs in visuell erfassbare Dashboards. Auf einen Blick seht ihr:

  • Echtzeit-Daten: Keine veralteten Monatsberichte mehr
  • Automatische Alerts: Wenn eine KPI aus dem Ruder läuft, kriegt ihr es sofort mit
  • Trendanalysen: Entwicklungen über Wochen und Monate hinweg
  • Vergleiche: Soll vs. Ist, Jahr-über-Jahr, Team-Benchmarks
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Einkauf & Beschaffung in ebootis ERP

Was die ERP-Software ebootis ERP für euch im Einkauf leisten kann, seht ihr hier:

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KPIs für Einkauf und Beschaffung – ein Fazit

KPIs im Einkauf sind euere Abkürzung zu besseren Beschaffungsentscheidungen. Sie machen Unsichtbares sichtbar, Komplexes messbar und Bauchgefühle überprüfbar.

Der Trick? Nicht in der Masse von Kennzahlen ertrinken. Fokussiert euch auf 10-15 wirklich relevante KPIs aus allen vier Kategorien. Trackt sie konsequent. Optimiert basierend auf dem, was die Zahlen euch sagen.

Und vergesst nicht: KPIs sind kein Selbstzweck. Sie sind Werkzeuge, um eure strategischen Ziele zu erreichen. Nutzt sie klug, bleibt flexibel und reviewt regelmäßig. Dann wird euer Einkauf von der Kostenstelle zur strategischen Geheimwaffe.

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Steffen Heetfeld

Marketingleiter @ e.bootis ag

Steffen Heetfeld ist seit über 10 Jahren der Marketingleiter beim mittelständischen ERP-Hersteller e.bootis ag. Er möchte das Wissen des Unternehmens über die Auswahl, Steuerung und Probleme von ERP-Projekten teilen. So sollen Unternehmen in Deutschland weniger Schwierigkeiten bei der Einführung von ERP-Systemen haben. Nebenbei vermarktet er auch die ERP-Software e.bootis-ERPII. Diese Software ist eine anpassbare Standardlösung, die sich besonders für Großhandel, Produktion und Service eignet.

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